Mit einer Fläche von 11000 Quadratkilometern ist Jamaika die drittgrößte Insel der Großen Antillen. Die Hälfte der Insel besteht aus Gebirge, welches bis zu einer Höhe von über 2000 Meter aufragt. Jamaika hat etwa 2,5 Millionen Einwohner. Die Haupteinnahmequelle der Insel ist der Tourismus. Deshalb wird auch sehr viel Wert darauf gelegt, dass sich die Urlauber im Land wohl fühlen.
Vorneweg erst einmal ein Wort zur Kriminalität. Viele Menschen verbinden mit Jamaika sofort Drogen und Kriminalität. Zu behaupten, das wäre kein Problem auf Jamaika wäre gelogen. Allerdings kann man sich als Tourist in diesem Land sehr sicher fühlen. Mit Kriminalität wird man als Reisender nicht konfrontiert. Man ist sicher nicht davor gefeit, aber das ist man bei keiner Reise – egal, in welches Land sie führt.
Um Jamaika zu erkunden, gibt es zwei Wege. Man kann eine Pauschalreise nach Jamaika buchen, was ratsam ist, wenn man auf der Suche nach einem Badeurlaub ist, den man einfach genießen möchte. Möchte man dagegen Land und Leute eingehender kennenlernen, so kann man seine Planungen auch selbst in die Hand nehmen. Vom Flug bis zu den Unterkünften kann man durch eine individuell zusammengestellte Reise alles nach seinen Wünschen arrangieren. Die Anreise erfolgt in beiden Fällen in der Regel mit dem Flugzeug. Hat man mehr Zeit zur Verfügung, so kann man eine Kreuzfahrt buchen, welche entweder in Jamaika endet oder dort beginnt. Die An- bzw. Abreise erfolgt dann mit dem Schiff.
Mit etwas Glück kann man schon bei der Anreise mit dem Flugzeug einen ungewöhnlichen Ausblick genießen. Fliegt man über Cockpit County, so hat man den Eindruck, die Landschaft sieht aus wie ein umgedrehter Eierkarton. Viele kleine und grüne Hügel erwecken diesen Eindruck. Deshalb beim Landeanflug einfach mal aus dem Fenster schauen. Fährt man mit dem Taxi oder dem Bus ins Hotel, lernt man gleich die ersten Einheimischen kennen. Und mit ihnen den ganz speziellen jamaikanischen Lebensstil. Hier läuft alles ganz einfach ruhiger ab als in Deutschland. Die Uhr ist nicht ganz so wichtig wie bei uns und man wird bald feststellen, dass man sich ganz einfach anpasst und die sonst so typische Hektik vergisst. Ein bisschen Hektik gibt es dann aber auch in Jamaika. Nämlich beim Autofahren. Dort will jeder der Erste sein. Aber keine Angst, die Jamaikaner beherrschen ihre Fahrzeuge; auch wenn man es auf den ersten Blick nicht glauben möchte.
Vom Hotel aus kann man als Individualtourist verschiedenen Touren planen und unternehmen. Einige Möglichkeiten in dieser Hinsicht werden im Folgenden kurz beschrieben. Auch auf einige bekannte Urlaubsorte wird eingegangen.
Einer dieser bekannten Urlaubsorte ist Montego Bay. Kultur, Sport, Natur oder einfach nur Erholung pur. All das bietet Montego Bay. Nicht weit von Montego Bay entfernt liegen die Strände von Negril. Die Fahrt dorthin führt im wahrsten Sinne des Wortes durch die Natur. Die Farne und Schlingpflanzen nutzen jeden Platz, den sie ergattern können, und wachsen zwischen den einzelnen Ortschaften bis direkt an den Straßenrand. Entlässt einen dann das Grün am Rande der Straße, bietet sich einem ein atemberaubender Blick auf Strände, wie sie wohl in keinem Prospekt schöner zur Geltung kommen könnten. Endloser weißer Sandstrand, Palmen, wohin das Auge blickt und etliche Wassersportmöglichkeiten tun sich auf. Auch abends und nachts ist einiges geboten. Auf jeden Fall einen Besuch wert ist „Ricks Café“. Es liegt auf einem Felsvorsprung, von dem aus man einen herrlichen Blick auf das Meer hat. Abends ist hier besonders viel los und wer einmal den Sonnenuntergang von hier aus beobachtet hat, weiß auch warum. Klippenspringen ist hier übrigens ebenfalls möglich, aber sicher nicht jedermanns Geschmack. Ebenfalls eine gute Adresse um einzukehren ist die Bar „Margueritaville“. Mexikanisches Flair wird hier geboten. Und eine Rutsche, die vom Tresen direkt ins Meer führt. Immerhin 30 Meter lang. Mancher behauptet, die Rutsche wäre nach einigen Cocktails der ungefährlichste Weg zum Strand.
Das bekannteste Ziel für Kreuzfahrten nach Jamaika ist sicher Ocho Rios. Auch hier locken Strände, als wären sie direkt einem Idyll aus der Fernsehwerbung entsprungen. Aber wer meint, Ocho Rios hätte sonst nichts weiter zu bieten, täuscht sich. Die Shaw Park Botanical Gardens sind auf jeden Fall einen Besuch wert. All die Pflanzen, die man bei uns nur in Gewächshäusern bewundern kann, wachsen hier unter freiem Himmel. Es besteht die Möglichkeit, die Gärten entweder auf eigene Faust zu erkunden, oder aber sich durch einen Führer in die Geheimnisse der einheimischen Pflanzenwelt einweihen zu lassen. Letztere Möglichkeit ist sehr zu empfehlen, da man hier einfach viel mehr Wissen vermittelt bekommt. Etwa drei Kilometer vom Zentrum des Ortes entfernt liegt das nächste Naturwunder. Die Dunn`s River Falls sind die wohl bekanntesten Wasserfälle auf Jamaika. Insgesamt stürzt das Wasser hier etwa 200 Meter ins Meer. Da dieser Höhenunterschied aber in zahlreichen kleinen Stufen überwunden wird, kann man diese sogar alleine hinaufsteigen. Das Wasser ist übrigens wunderbar warm und lädt deshalb auch zum Baden ein. Vor allem die etwas ruhigeren Felsbecken bieten sich hierfür an. Nach seinem Besuch bei den Wasserfällen kann man den Tag entweder am Strand ausklingen lassen oder sich zum Markt von Ocho Rios begeben. Hier kann man sich mit Andenken für Freunde und Verwandte daheim eindecken. Man sollte aber das Feilschen nicht vergessen, denn auf diese Art kann man doch so einiges sparen.
Jamaika hält an fast jeder Ecke etwas Sehenswertes oder einen wunderschönen Flecken Natur bereit. Fährt man ostwärts, in Richtung Port Antonio, so kommt man irgendwann am Blue Hole, der Blauen Lagune, vorbei. Das Wasser dieser Lagune schimmert Smaragdfarben. Verantwortlich dafür ist eine Mineralquelle, die sich etwa sechzig Meter unter der Wasseroberfläche befindet. Das Wasser aus der Quelle vermischt sich mit dem Meerwasser und sorgt so für die wunderbare Färbung der Lagune. Am Rand der Lagune befindet sich ein Restaurant, dessen hölzerne Terrasse auf das Meer hinausragt. Die Zeit für einen oder zwei Cocktails sollte man sich auf jeden Fall nehmen. Hier kann man wunderbar entspannen, durchatmen und die Hektik des Alltags vergessen.
Ganz in der Nähe liegt Frenchman’s Cove. Das ist ein privater Strand, den viele wahrscheinlich so einmal unwissentlich gesehen haben. Er wird nämlich immer wieder für Filmaufnahmen der großen Studios aus Hollywood benutzt. Und man kann es durchaus nachvollziehen. Ein Fluss schlängelt sich durch eine von Gras bedeckte, satt grün gefärbte Landschaft, bis er schließlich in einer malerischen Bucht ins Meer fließt. Nach all diesen Sehenswürdigkeiten wird es Zeit auch einmal die Perspektive zu wechseln. Vom Land auf das Wasser. Gelegenheit dazu hat man beim Rio Grande Rafting. Wer bei Rafting an Schlauchboote denkt, täuscht sich. Hier werden, passend zur Natur und Landschaft, Bambusflöße benutzt. Diese sind nur etwa 1,50 Meter breit und bieten eine Bank für zwei Personen. Der Kapitän steht vorne und sorgt für Vortrieb. Etwa zwei Stunden dauert die Fahrt über den Fluss, vorbei an unberührter Natur. Ein echter Augenschmaus. Hier kann man die Natur noch in ihrer ursprünglichen Form erleben.
Ebenfalls sehr zu empfehlen ist eine Fahrt auf Jamaikas größtem Fluss, dem Black River. Das Wasser ist nicht, wie man annehmen könnte, schwarz, sondern ganz klar. Trotzdem wirkt es geheimnisvoll und undurchdringbar. Mangroven säumen die Ufer und zwischen diesen Bäumen liegen Krokodile auf der Lauer, die durch die Bootsführer angefüttert werden. So kann man diese Tiere gefahrlos aus nächster Nähe beobachten. Ein kleiner Geheimtipp befindet sich ganz in der Nähe. Die Ys Falls. Diese Wasserfälle erstrecken sich über 15 Stufen und stehen den Dunn’s River Falls in nichts nach.
Man sieht, Jamaika bietet deutlich mehr als nur Urlaub am Strand. Man sollte sich deshalb unbedingt die Zeit nehmen, auch einmal das Landesinnere der Insel zu erkunden. Denn nur dann kann man behaupten, man hat Jamaika richtig erlebt.




