Wer schon einmal auf Mallorca war und dort nicht nur dem Ballermanntourismus gefrönt hat weiß, dass die Insel wesentlich mehr zu bieten hat als gemeinhin bekannt. Wunderschöne Landschaften, alte Fincas, die zum Teil heute noch bewirtschaftet werden, viele kleine versteckte Strände, die man ohne Insidertipps, oder eine gehörige Portion Glück wohl niemals findet, und vieles mehr: Dies alles und das angenehme Klima machen das Eiland zu einem der schönsten Urlaubsziele die man im Umkreis von zwei Flugstunden finden kann. Eine passende Finca auf Mallorca findet man schnell bei einem der vielen deutschsprachigen Vermittler.
Hauptstadt Palma
Palma de Mallorca ist die Hauptstadt des Gouvernements der Balearen, politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum von Mallorca, Menorca, Formentera, Ibiza und Cabrera. 305.000 Menschen leben in Palma, fast doppelt so viel wie noch vor 30 Jahren. Trotz des Wachstums gehört die Altstadt von Palma zu den größten und am besten erhaltenen in ganz Europa und beherbergt einige Denkmäler des Weltkulturerbes. Beiderseits des Passeig de Born, die Flanier- und Prachtallee die vom Meer ins Zentrum führt, finden sich in den restaurierten Vierteln wunderschöne Stadtpaläste und Jugendstilhäuser. In der Via Veri findet man neben den schönsten alten Palästen auch Galerien sowie Boutiquen mit ausgefallenen Designermoden. Wer sich in Palma ins Nachtleben stürzen möchte, den wird es vornehmlich in den Carrer Apuntadores ziehen. Dort warten unzählige Bars und Restaurants auf ihre vornehmlich ausländischen Gäste. Unterhalb der Kathedrale liegen der Hafenkai und der Fischereihafen, der Sporthafen mit seiner formidablen Uferpromenade, gesäumt mit luxuriösen Hotels und Geschäften, schließt sich direkt an. Über diesem Tummelplatz der Reichen und Schönen erheben sich vornehme Viertel mit exklusiven Sommerchalets wie zum Beispiel das Son Vida.
Valldemossa
Ungefähr 20 Kilometer nördlich von Palma liegt Valldemossa. Der dortige Touristenmagnet ist die Kartause mit angeblich ca. 250.000 Besuchern jedes Jahr. Das ehemalige Kloster war im Winter 1938/39 für zwei Monate Schauplatz einer tragisch-romantischen sowie gleichzeitig skandalösen Beziehung des Komponisten Frédéric Chopin und der französischen Schriftstellerin George Sand. In ihrem Buch „Ein Winter auf Mallorca“ berichtet Madame Sand später von diesem Aufenthalt und lässt auf diese Weise auch die Allgemeinheit daran teilhaben.
Einen Ausflug wert sind auch die malerischen Gassen der „Unterstadt“ von Valldemossa. Dort beschleicht einen das Gefühl, als wäre die Zeit stehengeblieben. Ein wunderbares Kleinod ist sie und wer vergessen hat die Akkus seiner Kamera aufzuladen wird diesen Momenten noch sehr lange nachtrauern.
Folgt man von Valldemossa aus der Küste Richtung Norden, kommt man nach kurzer Zeit in das Künstlerdorf Deiá. Unter dem Gipfel der Teix und eingebettet in Olivenbaumterrassen ist es mit den beiden Nobelhotels Es Moli und La Residencia einer der besten Urlaubsorte Mallorcas. Die Zahl der Urlauber hält sich allerdings in Grenzen, nur etwa 100 Betten in den beiden Hotels sowie einige kleine Hostels und ein paar Ferienwohnungen stehen zur Verfügung. Allerdings ist die Zahl der Tagesbesucher seit der Fernsehserie „Hotel Paradies“ sprunghaft angestiegen, obwohl auf den engen Parkplatzen Deiás Ausflugsbusse nicht mehr zugelassen sind.
In den Läden und Lokalen von Deiá findet man viele Werke der dort lebenden Künstler. Die Galerie Deiá, Mode- und Kunstboutique in einem, ist die wichtigste Vermarktungsadresse für die Produkte des lokalen Schaffens. Außergewöhnliches erblickt man in der Bäckerei mitten im Ort. Dort wird Deiá- und Mallorca-Literatur zwischen den örtlichen Backwaren zum Verkauf angeboten, wie etwa die Werke von Robert Graves.
Das Orangental
Sehr bekannt, auch über die Grenzen Mallorcas hinaus, ist das „Orangental“. Dort werden auch heute noch über 120.000 Orangenbäume kultiviert und ist deshalb auch hauptverantwortlich für die Bekanntheit der Stadt Sollér. Bis 1912 war Sollér fast ausschließlich über den Bootsverkehr zu erreichen und damit über den nur wenige Kilometer entfernten Hafen Port de Sollér. Das änderte sich schlagartig als 1912 der „Rote Blitz“, eine Holzeisenbahn, auf der neuen Strecke nach Palma mit insgesamt 13 Tunnels seinen Betrieb aufnahm. Mittlerweile sind natürlich auch die einstigen Wege der Esel- bzw. Pferdekarren gut ausgebauten Straßen gewichen und können problemlos befahren werden.
Artá
Im nordöstlichen Eck der Insel liegt das malerische Städtchen Artá. Die Straßen von Can Picafort und Manacor nach Cala Ratjada führen im Bogen am Zentrum Artás vorbei und belassen somit dieses kleine aber attraktive Landstädtchen in einer Art Dornröschenschlaf. Touristisch gesehen ist hier recht wenig los, auch wenn in den letzten Jahren die ersten kleinen Hotels ihre Pforten geöffnet haben und die burgartige Befestigungsanlage auf dem Kalvarienberg um die Wallfahrtskirche San Salvador immer mehr Tagesbesucher anzieht. Aber gerade diese Unberührtheit und Ruhe übt auf ihre ganz eigene Weise einen gewissen Reiz aus.
Am östlichen Ortsrand findet man einen Wegweiser zur Cala Torta, einer Bucht an der rauen Nordküste weitab jeder Siedlung. Sie ist zwar kein reines FKK-Revier, aber bei Nacktbadefans sehr beliebt. Die Strecke dorthin ist zwar nicht befestigt aber im Grunde unproblematisch. Wer sie auf sich nimmt, wird dafür mit einem breiten und tiefen Sandstrand sowie glasklarem, zum Schwimmen einladenden Wasser belohnt. Der Strand fällt nur leicht ab und ist daher auch für Kinder sehr gut geeignet. Ein schöner, aber nicht ganz ungefährlicher Pfad führt zum alten Wachturm Aubarca und weiter zum Cap de Ferrutx. Viele Besucher kommen zu fuß über eine kleine Anhöhe von der nahen Cala Mesquida.
Fischerstädtchen Portocristo
Portocristo, ein altes mallorquinisches Fischerstädtchen an der Ostküste, ist nicht wegzudenken, wenn man die Sehenswürdigkeiten Mallorcas erkunden möchte. Man findet dort die Tropfsteinhöhle Coves des Drac, die wahrscheinlich meistbesuchte Touristenattraktion Mallorcas, sowie die bekannte Höhle Coves dels Hams. Abgelenkt davon wird dem Städtchen selbst meist weniger Aufmerksamkeit geschenkt als eigentlich verdient. Der große schattige Platz hinter der Hafenpromenade und die grüne Allee in Richtung Cala Millor schaffen ein sehr freundliches Flair. Einen Besuch wert ist der im südlichen Teil gelegene und unübersehbare Club Náutico. Dessen großer Pool mit wunderbarer Fernsicht darf von allen Bar- und Restaurantbesuchern mitbenutzt werden.
Leider entspricht die zwar äußerst dichte touristische Infrastruktur Portcristos ansonsten nicht mehr dem ganz den heutigen Ansprüchen. In den weiter vom Meer entfernten Blocks spielt sich heute leider so gut wie nichts mehr ab.





