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Portugal – mehr als Badeurlaub

Geschrieben in: Europa

Portugal ist das östlichste Land auf dem europäischen Kontinent. Es wird von etwa 10 Millionen Menschen bewohnt. Diese verteilen sich auf einer Fläche von ungefähr 90000 Quadratkilometern. Die Hauptstadt des Landes ist Lissabon. In ihr lebt etwa ein Fünftel der Bevölkerung. Das Land ist in achtzehn Bezirke aufgeteilt – ähnlich den Bundesländern in Deutschland. Drei große Flüsse durchqueren das Land: Douro, Tejo und Guadiana. Keiner davon entspringt in Portugal. Sie entspringen in Spanien und durchqueren Portugal auf ihrem Weg in den Atlantik.

Portugals Wurzeln reichen zurück bis ins Jahr 1143. Damit ist Portugal eines der ältesten Länder der Erde. Die Beziehungen zum Nachbarn Spanien waren fast während der gesamten Zeit von schwieriger Natur. Zwischen diesen beiden Ländern gab es so gut wie ständig Gebietsstreitigkeiten. Da Portugal über eine sehr lange Atlantikküste verfügt, entwickelte sich schon früh ein besonderes Verhältnis zur Seefahrt. Aufgrund der Tatsache, dass sich zur damaligen Zeit viele jüdische und arabische Gelehrte im Land befanden, wurden Forschungs- und Entdeckungsreisen gestartet. Die Seewege nach Japan, China, Brasilien und Indien wurden allesamt von portugiesischen Seefahrern entdeckt. Da auf diesen Entdeckungsreisen sehr viel Handel, vor allem mit Gewürzen, Edelsteinen und Gold, getrieben wurde, wurde Portugal schnell zu einem sehr reichen Land.

Portugals Landschaft ist sehr abwechslungsreich. Von hohen, zerklüfteten Bergen bis hin zu flachen, teilweise sumpfigen Gebieten ist eigentlich alles vorhanden. Die meisten Touristen verbinden mit Portugal allerdings nur die Algarve. Diese Küste zählt zu den schönsten weltweit. Sie hat über weite Teile den Charakter einer Steilküste, bietet aber dennoch genügend Möglichkeiten einen erholsamen Badeurlaub zu verbringen. Da in Portugal mediterranes Klima vorherrscht, kann man dort eigentlich ganzjährig Urlaub machen. In manchen Regionen wird dieses Klima aber durch Einflüsse kontinentalen Klimas verdrängt. Im Norden des Landes fallen über das Jahr gesehen deutlich mehr Niederschläge als in den anderen Landesteilen. In den Wintermonaten sinken dann dementsprechend die Temperaturen und in hohen Lagen fällt Schnee. Badeurlaub an der Algarve ist allerdings relativ lange möglich. Golffreunde kommen das ganze Jahr über auf ihre Kosten. Der Süden Portugals ist in der Regel trocken bei angenehm warmen Temperaturen. Eben ideal für einen Urlaub am Strand. Interessiert man sich weniger für Strände und mehr für die Architektur der Städte, so sollte man seinen Urlaub im Frühjahr oder im Herbst buchen. Dann sind die Temperaturen in den Städten relativ angenehm.

Die Möglichkeiten seinen Urlaub in Portugal zu verbringen sind also sehr vielfältig. Auf einige dieser Möglichkeiten wird im Folgenden kurz eingegangen. Die Hauptstadt Lissabon ist eines der sehenswertesten Ziele des Landes. Besucht man diese Stadt, so darf eine Besichtigung des Hafens nicht fehlen. Vor allem das imposante Padrão dos Descobrimentos, zu Deutsch, Denkmal der Entdeckungen, findet bei den Besuchern staunenden Anklang. Es wurde zu Ehren der großen Entdecker dieser Seefahrernation im Jahr 1960 erbaut und zeigt 33 der wichtigsten Persönlichkeiten aus der Zeit der großen Entdecker. Lissabons sehenswerte Altstadt lädt ebenfalls zum Verweilen ein. Vielfältige Angebote aus den Bereichen Kunst, Musik und Sport runden den Besuch in der portugiesischen Hauptstadt ab.

Die Algarve dürfte wohl das bekannteste und beliebteste Reiseziel Portugal sein. Die Algarve lockt in erster Linie Badeurlauber ins Land. Allerdings verfügt sie auch über ein sehr schönes Hinterland. Ein bei Touristen beliebter kleiner Ferienort ist  Monchique. Das kleine Städtchen liegt direkt am Hang des gut 900 Meter hohen Bergs Foia. Nur sieben Kilometer entfernt befinden sich sechs Bäder, durch die die Stadt auch zum Kurort wurde. Kleine Gassen laden zum Bummeln ein, bis man sich für eines der vielen, kleinen Cafés entschieden hat, von dem aus man dem Treiben auf der Straße zusehen kann.

Wer sich die Zeit nehmen kann, etwas länger im Land zu bleiben, sollte es sich überlegen, ob er nicht eine Rundreise durch Portugal unternimmt. Die Algarve ist dafür ein schöner Ausgangspunkt, da sich die Anreise hier hin unkompliziert gestaltet. Es ist empfehlenswert, sich einen Mietwagen zu nehmen, wenn man vorhat, das Land zu erkunden. Diesen Wagen sollte man sich schon in Deutschland reservieren. So kann man in der Regel noch etwas Geld sparen. Je nachdem, wie lange man vorhat, in einem Ort zu bleiben, kann man sich entweder ein Ferienhaus mieten oder aber ein Zimmer in einem Hotel oder in einer Pension nehmen.

Beginnt die Rundreise an der Algarve, so sollte man unbedingt einen Abstecher in das oben schon erwähnte Monchique machen. Ganz in der Nähe befindet sich außerdem eine der schönsten Sehenswürdigkeiten Portugals, die Ponta da Piedade. Das ist die Spitze einer steilen Landzunge, die versteckte Grotten und Buchten beherbergt. Auch wenn man von Badeurlaub nicht viel hält, sollte man sich einen Besuch dort nicht entgehen lassen. Verlässt man die Algarve in Richtung Norden, so gelangt man in die Region Alentejo. Diese Gegend galt früher als die Brotkammer des Landes. Diesen Status hat sie allerdings verloren, da die Böden durch die intensive Nutzung mittlerweile langsam versteppen. An den Straßen kann man einem Exportschlager Portugals beim Wachsen zusehen, den Korkeichen. Aber auch Zypressen und Olivenbäume prägen das Landschaftsbild. Neben den Straßen sieht man auch häufig die berühmten schwarzen Schweine, die sich an den Eicheln sattfressen und später zu Schinken verarbeitet werden. In Beja vermischen sich maurische und römische Einflüsse. Ein altes römisches Kastell bietet einen schönen Rundumblick über die Stadt und die angrenzende Gegend.

Das nächste Ziel der Rundreise ist die Gegend um Lissabon. Ganz in der Nähe der portugiesischen Hauptstadt liegt Sintra. Diese Stadt wurde in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Am bekanntesten ist Sintra für seine jahrhundertealten Paläste. Diese ziehen Jahr für Jahr etliche Touristen an. Neben Sintra sind auch die Städte Alcobaça, Batalha und Óbidos sehenswert.

Die letzte Etappe der Reise durch Portugal führt nach Norden. Den Rückflug nach Deutschland kann man übrigens auch von hier durchführen. Von Porto aus hat man gute Verbindungen nach Deutschland. Porto verfügt über eine wunderschöne, in ihrer Gesamtheit erhaltene Altstadt. Für einen Besuch dort sollte man sich ausreichend Zeit nehmen. Aber die Stadt hat noch mehr Sehenswertes zu bieten. Die Kathedrale von Porto stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde im 17. und 18. Jahrhundert komplett umgebaut. Die reich ausgestatteten Altäre stehen im Kontrast zum ansonsten schlicht gestalteten Innenraum. Neben Porto hat der Norden natürlich auch andere sehenswerte Städte zu bieten. Der Wallfahrtsort Braga beispielsweise. Das dortige Santuário do Sameiro ist das zweitgrößte Marienheiligtum Portugals. Die Kathedrale Sé Velha beherbergt neben etlichen Sehenswürdigkeiten auch das Museum für religiöse Kunst. Der etwa 72000 ha umfassende Nationalpark  Peneda-Gerêsm lädt ebenfalls zu einem Besuch ein. Durch sein bergiges und unübersichtliches Gelände bietet dieser Nationalpark sehr vielen Tieren ideale Lebensbedingungen. Wer viel Geduld mitbringt, kann hier einige seltene Tiere beobachten. Sehr zurückgezogen lebt hier in den Bergen der iberische Wolf. Diesen wird man aber in der Regel nicht zu Gesicht bekommen. In den Tälern des Parks findet man mitunter alte Korkeichen, die einen Stammdurchmesser von mehr als zwei Metern aufweisen. Nördlich der Mündung des Rio Lima liegt Viano do Castelo. Diese kleine Stadt besitzt einen der schönsten mittelalterlichen Plätze des Landes, den Praça da República. Die Atlantikküste lädt zu einem abschließenden Spaziergang ein.

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