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Tasmanien

Geschrieben in: Australien

Wo liegt Tasmanien? Diese Frage kann sicherlich die Mehrheit der deutschen Bevölkerung nicht richtig beantworten. Doch der nachfolgende Text ist zur Aufklärung da. Man muss ja nicht alles wissen.

Tasmanien, früher auch Vandiemensland betitelt, liegt südöstlich Australiens. Hier werden nun viele mit den Ohren schlackern, verspricht der Kontinent Down Under doch stets Wärme, eine interessante multikulturelle Lebensweise und eine Vermischung mit vielen Personen, die die Zeit zwischen Schulabschluss und Beginn des Studiums nutzen, um durch Australien zu reisen, um möglichst viele verschiedene Eindrücke zu gewinnen. Tasmanien ist die größte Insel des Australischen Bundes. Die Bass-Strasse trennt die Insel vom australischen Festland. Besonders auch an den Küsten wird Tasmanien von Hügellandschaft und Bergen von bis zu 1600 Metern Höhe und diversen Hochebenen überstreckt. Der höchste Berg und demnach auch der Platz mit der besten Aussicht bis hinüber ins Nachbarland ist der Mount Ossa. Hier befindet sich gleichzeitig ein Nationalpark mit einer üppigen Artenvielfalt und auch die Pflanzen gedeihen hier sehr gut. Man blickt hinüber in Richtung Australien und stellt sich die Einheimischen vor, wie sie mit einer Sichel einen Pfad durch den Urwald schlagen. Und man blickt ins Tal und erblickt Tasmanien, eines der letzten mehr oder minder unberührten Paradiese dieser Erde.

Die Insel ist mittlerweile sogar Weltkulturerbe. Flora und Fauna hier gehen in ihren Grundzügen auf den Subkontinent Gondwana zurück. Die Vegetation wird im Nordwesten durch Regenwälder bestimmt. Richtung Süden existieren jedoch auch Gras- und Moorlandstriche. Für die kleinen Forscher unter uns Touristen sei gesagt, dass ganz Tasmanien reich besiedelt ist, von Tieren und Kleinbewohnern dieser Erde. Vor allem Beuteltiere, wie man sie aus den australischen Steppenlandschaften kennt, treiben sich herum. Verschiedene Känguru-Arten sowie der Wombat oder aber auch der Wallaby oder Beuteldachse und Beutelteufel fühlen sich in der reichhaltigen Flora und Faune ausgesprochen wohl. Auch der australische, flugunfähige Riesenvogel Emu hat es bis auf die Insel geschafft. Er kam, wie viele anderer Tierarten, aus Australien.

Jedenfalls kommen Tierforscher hier voll auf ihre Kosten und es werden jährlich neue Tierarten entdeckt, wie etwa die wunderschön farbig funkelnden Eidechsen oder fröhlich zwitschernde Vogelarten. Man kann hier durch den Dschungel marschieren und sich am Strand erholen und dort die Füße in das kühle Nass halten. Einiges Manko für deutsche Urlauber könnte die Flugzeit sein, die neben den doch recht hohen Kosten schon etwas auf das Gemüt drücken könnte. Doch dafür erlebt man in Tasmanien einen einzigartigen Urlaub, die Insel ist relativ abgeschottet vom Festland und es verirren sich – im Gegensatz zum australischen Kontinent oder etwa Neuseeland – nur wenige Touristen dauerhaft nach Tasmanien.

Doch über was kann man ausgiebiger philosophieren, als über das Leben in Down Under. Und dazu gehört Tasmanien natürlich auch. Es gibt diverse Insidertrips, die man unternehmen kann. So zum Beispiel die von vielen Reiseunternehmen angebotenen Führungen des 71-jährigen Ureinwohners Tasmaniens, der jedoch immer noch rüstige Jerome. Er zeigt den interessierten Besuchern seine Insel aus einer ganz anderen Perspektive. Man schaut sich Land und Leute an und merkt den Unterschied. Das Leben hier ist wie im Paradies. Ganz fern vom Machtstreben der Europäer oder Amerikaner. Ganz fern von Smog und Abgasen sowie von grenzenlosem Müll. Fern von willkürlicher Zerstörung und Repression. Die Natur, wie sie leibt und lebt. Und hier lebt sie noch wirklich. Hier ragen Palmen in die Höhe, so reichhaltig, wie Skyscraper in New York. Den Blickwinkel, den Jerome hier gelernt hat, wird man nie wieder vergessen. Vieles, das durch Jeromes schwache Augen erblickt wird, bliebe uns sonst für immer verborgen. Wer kennt die Schönheit eines Ameisenstammes oder spricht die Sprache der Affen und Papageien? Sicherlich kein Großstadtbürger.

Tasmanien ist verborgenes Land. Wer die Hektik des Alltags nicht mehr erträgt, wird hier genau dann fündig, wenn er isoliert von den überfüllten Straßen einfach nur alleine um 6 Uhr morgens am Strand spazieren gehen und Muscheln sammeln möchte. Doch wer denkt, Tasmanien wäre nahezu unbewohnt, der irrt. Denn man muss die Plätze nur wissen, an denen man in sich kehren kann. Ganz im Gegensatz dazu steht die Hauptstadt Hobart. Mit über 200.000 Einwohnern ist sie kleiner als Augsburg, jedoch größer als Regensburg. Sie liegt an der Flussmündung des Derwent River. Am Fuße des 1270 Meter hohen Mount Wellington herrscht des Öfteren auch eine kalte Windesbrise. Neben dem Tourismus und dem Fischfang leben die Bürger Hobarts auch von der Katamaranherstellung. Von Hobart weg führt auch die Sydney-Hobart-Regatta. Wer hier etwas durch die Stadt schlendern und nach Souvenirs oder tasmanischen Spezialitäten suchen möchte, wird sicherlich auf dem Salamanca Place fündig. Hier gibt es wöchentlich einen Markt. Erholung zwischendurch bringt der botanische Garten. Der Flughafen, über den man die Insel hauptsächlich via Australien erreicht, liegt ebenfalls in Hobart. Zudem ist Hobart nach Sydney die zweitälteste Stadt Australiens.

Ebenfalls sehenswert, da typisch für Tasmanien, ist Evandale mit 1000 Einwohnern. Evandale liegt nahe Launceston im Norden der Insel. Wie viele andere kleine Ortschaften erwartet Evandale seine Besucher mit etlichen historischen Häusern, die aus der Kolonialzeit übrig geblieben sind. Wegweiser sprechen die Sprache von vor etlichen Hundert Jahren. Ein kurzer Plausch mit der einheimischen Dame aus dem Trödlerladen verrät diverse Neuigkeiten sowie Geschichten aus der Zeitspanne vor dem Einbruch des Tourismus. Man kann noch so sehr an seiner Heimat hängen und sich wünschen, dass man sie ganz für sich allein hat, doch ohne den Tourismus wäre die Armut hier immens.

Wer nicht direkt im Anschluss die Heimreise antreten möchte, kann per Fähre noch eine Überfahrt nach Melbourne, der Nächsten der australischen Städte, anschließen. Größer könnte der Kontrast kaum sein, immerhin erreichte Melbourne mittlerweile die Größe von Berlin. Hier reihen sich Museen aneinander. Die Stadtsilhouette verzieren viele Hochhauskomplexe, so auch die 50 Jahre alte Börse.

Grundsätzlich wird aber auch Kunst sehr weit vorne gehandelt bei den Australiern. Ein großes Künstlerviertel mit zahlreichen Bars und Restaurants für die Jugend der Stadt, viele Parks und auch Open Air-Festivals locken die Besucher. Auf jeden Fall eine Stadt zum Verweilen. Ob sie schöner ist, als Sydney, liegt im Auge des Betrachters. Doch den Reiz einer Fahrt mit der alten Straßenbahn quer durch die Innenstadt hat Sydney wohl nicht. Noch nicht. Multikulturelles Australien, immer eine Reise wert.

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